Neo­phy­ten

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Neo­phy­ten sind Pflan­zen­ar­ten, die in einem Gebiet bis 1492 nicht hei­misch waren und erst durch mensch­li­chen Ein­fluss unbe­ab­sich­tigt oder beab­sich­tigt in die­ses Gebiet ein­ge­schleppt wur­den und sich dort dau­er­haft eta­bliert haben. Oft sind Neo­phy­ten als blin­de Pass­gie­re in Form von Pflan­zen­sa­men mit Han­dels­gü­tern ein­ge­führt wor­den oder aber sie wur­den gezielt als Gar­ten- und Nutz­pflan­zen her­ge­bracht, wie z.B. Rie­sen-Bären­klau, der häu­fig in den 1960–1980er Jah­re als Zier­pflan­ze im Gar­ten ein­ge­setzt wur­de.
Bei Neo­phy­ten wird zwi­schen inva­si­ven und nicht inva­si­ven Arten unter­schie­den. Inva­si­ve Neo­phy­ten sind Pflan­zen­ar­ten, die öko­lo­gi­sche, öko­no­mi­sche und gesund­heit­li­che Schä­den ver­ur­sa­chen kön­nen. Unter öko­lo­gi­schen Schä­den sind die Ver­drän­gung hei­mi­scher Pflan­zen­ar­ten sowie die Über­prä­gung von Lebens­räu­men zu ver­ste­hen. Öko­no­mi­sche Schä­den durch inva­si­ve Neo­phy­ten ent­ste­hen durch erhöh­te Pfle­ge- und Unter­hal­tungs­kos­ten z.B. dem mehr­ma­li­gen Mähen von Gewäs­ser- oder Stra­ßen­rän­dern oder auch in Wald­auf­fors­tun­gen, wo z.B. die Spät­blü­hen­de Trau­ben­kir­sche mit den gepflanz­ten hei­mi­schen Baum­ar­ten kon­kur­rie­ren und sich im schlech­tes­ten Fall gegen die­se durch­set­zen. Gesund­heit­li­che Schä­den beim Men­schen gehen von den wenigs­ten inva­si­ven Neo­phy­ten aus. Jedoch ist bei Haut­kon­takt mit Rie­sen-Bären­klau vor Haut­ver­bren­nun­gen zu war­nen und bei der noch hier eher sel­ten vor­kom­men­den Ambro­sie vor all­er­gi­schen Reak­tio­nen.