Kin­der­stu­ben für den Hirsch­kä­fer im Art­land

Der Hirsch­kä­fer (Luca­nus cer­vus) ist in der FFH-Richt­li­nie im Anhang II gelis­tet. Das heißt, dass für den Erhal­tung der Art und sei­ner spe­zi­fi­schen Lebens­räu­me FFH-Gebie­te aus­ge­wie­sen und unter Schutz gestellt wer­den. Im Land­kreis Osna­brück sind das auf Grund der ver­gleichs­wei­se gro­ßen Vor­kom­men des Hirsch­kä­fers gleich meh­re­re Gebie­te, z.B. der Gehn, die Gehöl­ze bei Epe, der Bör­s­te­ler Wald und auch die Bäche im Art­land.

Wer an den Hirsch­kä­fer denkt, hat meist ein ziem­lich kla­res Bild im Kopf: er ist mit sei­nem knapp 9 cm lan­gen, kas­ta­ni­en­far­be­nen Kör­per und dem geweih­ar­tig geform­ten Ober­kie­fer wohl der impo­san­tes­te Käfer in Euro­pa.

Was die wenigs­ten wis­sen ist, dass der Hirsch­kä­fer nur einen klei­nen Bruch­teil sei­nes Lebens in die­ser cha­rak­te­ris­ti­schen Gestalt ver­bringt. Die längs­te Zeit, d.h. rund drei bis sie­ben Jah­re, ver­bringt er als Lar­ve unter der Erde und schlägt sich den Bauch mit modern­dem Holz voll bis er sich schließ­lich ver­puppt und im Fol­ge­jahr für weni­ge Wochen als kräf­ti­ger Käfer aus­fliegt.

Kin­der­stu­ben für den Hirsch­kä­fer im Art­land

Die Not­wen­dig­keit für den Schutz die­ser Art ergibt sich vor allem aus dem Schwund der geeig­ne­ten Lebens­räu­me, ins­be­son­de­re der geeig­ne­ten Lar­val­ha­bi­ta­te — qua­si der “Kin­der­stu­ben” des Hirsch­kä­fers.. Hier­zu nut­zen die Käfer abge­stor­be­ne, modern­de Baum­stümp­fe, am liebs­ten von Eichen, in lich­ter, son­ni­ger Lage. In der heu­ti­gen Land­schaft ist die Eiche, deren Saft der aus­ge­wach­se­ne Käfer trinkt, längst nicht mehr so stark ver­tre­ten wie in Zei­ten von Hute- und Nie­der­wäl­dern. Und auch die alten Hof­ei­chen dürf­ten nicht zuletzt durch die Pro­ble­ma­tik des Eichen-Pro­zes­si­ons­spin­ners im Rück­gang begrif­fen sein. Umso wich­ti­ger beim Fäl­len eines Bau­mes ist also, den Stumpf nach aller Mög­lich­keit in der Erde zu belas­sen. Denn das ver­meint­lich tote Holz ist Lebens­grund­la­ge für zahl­rei­che Lebe­we­sen, so eben auch für den Hirsch­kä­fer.

Hirsch­kä­fer­mei­ler in Nor­trup

In einer gemein­sa­men Akti­on in der Pro­jekt­wo­che des Ber­sen­brü­cker Gym­na­si­ums hat eine sieb­te Klas­se nun mit der TERRA.vita-Gebietsmanagerin der Koope­ra­ti­on Artland/ Hase, Kris­ti­na Beh­lert, und Ingo Zapp vom Forst­hof Art­land einen soge­nann­ten Hirsch­kä­fer­mei­ler, also einen Ersatz­le­bens­raum für die Lar­ven, ange­legt. Geför­dert wur­de das Pro­jekt von der Nie­der­säch­si­schen BINGO Umwelt­stif­tung.

Auf dem Grund­stück von Ingo Zapp wur­de flei­ßig geschau­felt, bis ein Loch mit drei Metern Durch­mes­sern und einem hal­ben Meter Tie­fe ent­stand. Die­ses füll­ten die Kin­der emsig mit Eichen­holz – vom Rund­holz über Hack­schnit­zel bis zum fei­nen Säge­mehl. Zusam­men ergibt es im Innern für die Lar­ven ein woh­lig tem­pe­rier­tes Gemisch aus fau­len­dem Holz und Erde.

 „Also wenn er hier nicht ein­zie­hen will, dann weiß ich auch nicht!“, beur­teil­te eine Schü­le­rin das Werk ihrer Klas­se. Wirk­lich wis­sen wer­den es Ingo Zapp und Kris­ti­na Beh­lert wohl erst in drei bis vier Jah­ren, wenn die ers­ten Hirsch­kä­fer aus dem Mei­ler aus­flie­gen. Die bes­ten Bedin­gun­gen am lich­ten Wald­rand mit jun­gen Eichen in direk­ter Nach­bar­schaft hat die Fau­na-Flo­ra-Habi­tat-Art in ihrer neu­en Kin­der­stu­be dank der tat­kräf­ti­gen Unter­stüt­zung der Schü­le­rin­nen und Schü­ler alle­mal.

Die Umset­zung des Pro­jek­tes erfolg­te mit freund­li­cher Unter­stüt­zung der

Ansprech­part­ner

Kristina Behlert

Kris­ti­na Beh­lert

Gebiets­ko­ope­ra­ti­on Artland/Hase

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